Die Badenden

Mit ihrer Werkserie kleinformatiger Aquatinten Die Badenden fesselt Gisela Franzke sofort die Aufmerksamkeit des Betrachters. Frappierend an diesen Arbeiten wirkt, dass Mensch und Architektur reduziert und modellhaft, rätselhaft und fast unbehaglich kühl wiedergegeben sind.

So stehen sie denn auch wie Modelle im neutralen Raum: Frauen in betonter Vereinzelung, unnahbar wirkende Badehäuser auf kompliziert verwinkelten Holzkonstruktionen. Begleitet werden Figuren und architektonische Objekte von einem ellipsenförmigen Schatten, der zum einen ihr jeweiliges Revier abzugrenzen scheint, sie zum anderen jedoch auch streng gefangen hält.

Franzke erzeugt damit eine leicht beklemmende Atmosphäre. Suchen und Finden einer Balance zwischen Innen und Außen, zwischen Seelenraum und Gemeinschaft, das Gegen und das Gleich, gelingen hier symbolisch in der Gegenüberstellung. Die paarweise Hängung ist Teil des Konzepts.

Das angewendete druckgraphische Verfahren Vernis Mou ermöglicht einen exakten, dennoch weichen Strich und wirkt in der Kombination mit den vielfachen Grauschattierungen der Aquatinta fragil und subtil zugleich.

Die Badenden | Vernis Mou und Aquatinta auf Büttenpapier | je 39x26 cm